Eva-Maria Hermanns Bazart
Kunst: Eva-Maria Hermanns


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Eva-Maria Hermanns: AtelierBeginn eines jeden Bildes ist das "Fundstück": Eisenteile, Bleistücke, Leder, Seile, Federn, Haare, Asche und gleichwertig daneben Silben, Wörter und Gedichte, oft wieder und immer wieder geschrieben, ihren Sinn beschwörend.

Mehrer Fundstücke werden zunächst wie im Spiel zusammengelegt, aufgereiht, nebeneinander gestellt, weggelegt, ausgetauscht und auf ihren Zusammenhang hin geprüft, um dann mit einer Sand- und Pappmachemasse fixiert zu werden.

Durch das Auftragen dieser Masse, durch Struktur und Eigenart, durch Verhalten beim Ansetzen der Werkzeuge, wie Spachtel, Schaber und Kellen, entsteht nach und nach das Bild. Bereits grob aufgetragen auf den Bildträger vermittelt sie mit ihrer Sprödigkeit, Rissigkeit und Brüchigkeit ein Bild und eine Einheit mit dem Fundstück, aus dem das "Wesen der Materie" spricht, die durch Verschiebungen und Verstreichungen noch hervor gehoben wird und immer neue Formen entstehen lässt. Die Papiere mit ihrer Struktur, ihrem Volumen und ihrer Farbigkeit, oft vielfach beschrieben, bilden eine zusätzliche, das Bild bestimmende Oberfläche.

Eva-Maria Hermanns: AtelierDie "Fundstücke", materiell arm und anspruchslos, sind immer Dinge, die im Bezug zum menschlichen Leben stehen. Es sind Utensilien, die zum Schutz, zur Sicherung und Bewältigung dienten, die Hülle, Hilfe und Trost waren, die "Spuren" einer Vergangenheit tragen. Sie sind merklich verrottet, oftmals nur noch ein letzter Rest ihrer selbst, ihre "Funktion" ist nur noch die des Vergehens, bis zur letzten verbleibenden Spur: Farbreste, Asche, Ruß.

Eva-Maria Hermanns: Atelier"Aus der vielfältigen Formensprache der Materialien entsteht während der Arbeit eine Übereinstimmung zwischen mir, den dingen und Worten. Es entfaltet sich ein poetischer Zusammenhang, der nicht allein in der Sprache der Bilder oder Worte zu fassen ist. Es beginnt eine neue Gestaltwerdung, in der das verlässliche überschritten und verwandelt ist. Eine Vernetzung von Leben und Materie wird spürbar, die ich in dieser momentanen Erkenntnis, im schöpferischen Bewusstsein des Vergänglichen, fest zu halten suche."

In den Bildern und Bildobjekten beginnt eine neue Gestaltwerdung, in der das Verlässliche überschritten und verwandelt ist, in der Glück und Leid eine eigene Sprache sprechen, die nicht die Sprache des Bestehenden ist, aber doch die der Dinge und Menschen. Es entsteht eine neue Wirklichkeit, welche die Möglichkeit in sich birgt, die Realität zu transzendieren.

 

Eva-Maria Hermanns: Kerperscheid 36, 53937 Schleiden,
Tel.: (02445) 911250, E-Mail: emhermanns@online.de