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Literarischer Salon: Der nächste


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3. November 2019: Gabriele Seiler-Seidler über Colette

Colette

Gabrielle-Sidonie Colette, genannt Colette, war eine erfolgreiche französische Schriftstellerin (1873 – 1954). Ihre Bücher waren zu ihrer Zeit Bestseller. Zunächst verfasste sie (unter dem Pseudonym ihres Mannes »Willy«) eine Serie von sogenannten Claudine-Romanen, die in der Ich-Form und mit autobiographischen Elementen die Geschichte einer jungen Frau erzählen. Erst ab 1923 veröffentlichte sie unter dem Namen Colette. Sie verstand es in ihren Romanen vor allem, Frauen und ihre Schicksale psychologisch einfühlsam und lebensnah zu beschreiben.

Colette scherte sich wenig um Konventionen und lebte ein für die damalige Zeit ungewöhnliches Leben. Sie trennte sich von ihrem ausbeuterischen Ehemann, startete eine eigene Karriere als Schriftstellerin, arbeitete als Varieté-Künstlerin und Journalistin. Sie hatte zahlreiche Affären, auch mit deutlich jüngeren Männern sowie dem eigenen Geschlecht. Ihr unkonventioneller Lebensstil schlug sich auch in ihren Werken nieder, insbesondere darin, dass sie sich dort kritisch mit der Ehe auseinandersetzt und die Sexualität der Frau nicht tabuisiert.

Während ihre Bücher in den 50er Jahren als »o-lala« galten, und in den 70er Jahren durch die Frauenbewegung wiederentdeckt wurden, muten sie heute angestaubt an. Warum es sich dennoch lohnt, sich mit ihnen und der Autorin zu beschäftigen, darüber erzählt Gabriele Seiler-Seidler.

Neben einem biografischen Abriss stellt sie Facetten der Werke vor, insbesondere die andere, weniger bekannte Seite: einfühlsame Naturbeschreibungen und eine tiefe Verbundenheit mit Pflanzen und Tieren, geprägt durch das Aufwachsen an der Seite einer außergewöhnlichen Mutter in einem burgundischen Bauerndorf.

Im Rahmen des Salons zeigt Sabine Häusler eine Auswahl von ihren Holzschnitten.


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