Salon Bazart
Literarischer Salon: Der nächste


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11. November 2018 (bereits um 15.30 Uhr): Susanne Kippenberger

Als Redakteurin arbeitet Susanne Kippenberger seit 1989 beim Berliner "Tagesspiegel".

Als Buchautorin wurde sie 2007 bekannt durch das Porträt über ihren Bruder: "Kippenberger - Der Künstler und seine Familien" (Piper Verlag). 

2009 erschien "Am Tisch. Die kulinarische Boheme oder Die Entdeckung der Lebenslust" (Piper Verlag), ein höchst unterhaltsames Buch, in dem sie von der kulinarischen Bohème erzählt, die ihrem Publikum nicht nur das Kochen und Essen näher bringt, sondern auch Geselligkeit und Genuss.

Das schwarze SchafIhr letztes Buch, "Das rote Schaf der Familie - Jessica Mitford und ihre Schwestern" (Hanser Verlag), widmet sich den Mitfords, einer Familie, die in Großbritannien so bekannt ist wie bei uns die Manns. Nur berüchtigter. Kein Wunder, wenn man sich die Lebenswege der sechs Schwestern anschaut: die Älteste wurde Schriftstellerin, die Zweite stellte sich an den Herd, die Dritte heiratete Englands Faschistenführer, die Vierte wurde Hitlers Freundin. Die Sechste wurde Herzogin von Devonshire. Und die Fünfte? Pfiff auf Konventionen, zog erst in den spanischen Bürgerkrieg, dann in die USA, wurde Mitglied der kommunistischen Partei, Bürgerrechtlerin und Bestsellerautorin. Das rote Schaf eben, das vor der Familie flieht, doch nicht von ihr loskommt. 

Uns erwartet ein spannender Nachmittag, in dem uns Susanne Kippenberger einen Einblick in ihre Bücher geben wird. Weil sie anschließend noch ihren Zug erreichen muss und wir genügend Zeit für ein Gespräch haben, fangen wir
bereits um 15:30 Uhr an.

16. Dezember 2018: Literarischer Julkplap

Jede/r bring ein Buch mit, stellt es vor und geht mit einem anderen Nachhause.

27. Januar 2019: "Das Büro" von J. J. Voskuil

Das Büro

Gerd Busse und Wolfgang Schiffer stellen den Romanzyklus "Das Büro" von J. J. Voskuil im Gespräch vor und lesen daraus vor.

Der sieben Bände waren in den Niederlanden mit über 400.000 verkauften Exemplaren ein Riesenerfolg. Am Erstverkaufstag standen jeweils Schlangen vor den Buchläden. 

Das Erstaunliche: Voskuil schildert nichts anderes, als den ganz normalen Arbeitsalltag von 1957 bis 1989 im Institut zur Erforschung niederländischer Volkskultur in Amsterdam. Enno Stahl spricht im Deutschlandfunk von einer "grandiosen Saga der Arbeitswelt."

Gerd Busse hat den Romanzyklus für den Verbrecher Verlag übersetzt. Wolfgang Schiffer (bis zu seiner Pensionierung Hörspielchef beim WDR) hat sich vorgenommen, alle Bände (etwa 5.000 Seiten) zu lesen - (fast immer) an letzten Wochenden im Monat - Samstag um 11 Uhr und Sonntag um 17 Uhr im "KulturSalon Freiraum" im Gottesweg 116a in Köln (auf dem Foto).

Gerd Busse hat ein Dosier mit Leseproben aus allen sieben Bänden zusammengestellt [als PDF-Datei herunterladen].

Dirk Schümer in der FAZ: "Als Amerikaner wäre Voskuil für den Nobelpreis vorgeschlagen worden, aber als Amerikaner hätte er dieses abgründige, erschütternde und zugleich urkomische Opus magnum aus der Welt der Geisteswissenschaften eben auch nicht schreiben können."

Stefan Kister in der Süddeutschen: "Voskuils Roman ist eine Feldstudie des Büromenschen. Womöglich völlig überflüssig. Aber auf abgründige Weise unwiderstehlich."

Regina Stötzel in Neues Deutschland: "Voskuil (...) hat das Unmögliche geschafft, die Absurdität eines jahrzehntelangen gleichförmigen Alltags in einer Art Beamtensoap unglaublich komisch zu schildern."

Sabine Peters im Deutschlandfunk: "Die Schilderung eines völlig sinnfreien Büroalltags ist faszinierend und manchmal geradezu subversiv."

Rene Hausmann in der taz: "Man freut sich über die kleinen Beschreibungen der Figuren, die Zeichnungen, die genau sind, nie über das Ziel hinausschießend, die nie etwas anderes wollen als: erfassen."

Sabine Peters im Freitag: "Man findet hier einen staubtrockenen Humor, eine würgende Komik, eine Lust an Haarspaltereien und Spitzfindigkeiten - die Lesemühsal lohnt."

Sabine Vogel in der Frankfurter Rundschau: "Was diesen Roman über das Leben eines gewöhnlichen Menschen so tröstlich und anziehend macht, ist die Erkenntnis, dass man nicht allein ist in diesem alltäglichen Schwachsinn. Dass das Unglück normal ist."